Zhao Yuhong – Aufenthaltsort unbekannt

Der Aufenthaltsort der Falun-Dafa-Praktizierenden Zhao Yuhong aus Zhaoyuan ist unbekannt. Die Polizei hatte sie Anfang Oktober 2018 verhaftet, weil sie Falun Dafa [1] praktiziert.

Zhao ist eine ehemalige Führungskraft des Kaufhauses von Zhaoyuan. Sie wurde Anfang 2018 in ihrer Wohnung verhaftet und in die Haftanstalt Yantai gebracht. Seit Beginn der Verfolgung von Falun Dafa haben Polizisten sie immer wieder verhaftet. Zhao lebte allein, seit ihre Eltern an den Folgen der ständigen Belästigungen durch die Polizei gestorben waren.

Als Zhaos Angehörige sie nach dem chinesischen Neujahrsfest 2019 im Gefängnis besuchen wollten, teilten die Beamten ihnen mit, dass die Behörden Zhao verlegt hätten. Aber wohin, das sagten sie nicht. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort ist seitdem unbekannt.


Zeitablauf der Festnahmen und Gefängnisaufenthalte

Während jeder Verhaftung wurde Zhao grausam gefoltert. Andere Häftlinge, die aus dem Gefängnis entlassen wurde, berichteten, dass Zhao durch die Folter orientierungslos geworden sei.


Silvester 1999 – Die erste Verhaftung

Die Polizei verhaftete Zhao und eine andere Praktizierende am 31. Dezember 1999. Sie wurden zur Polizeistation Mengzhi gebracht. Dort war Zhao für 24 Stunden mit Handschellen an ein Rohr angekettet. Sie durfte nichts essen und auch nicht die Toilette benutzen. Vor Kälte und Hunger brach sie bewusstlos zusammen.

Als der Beamte Yu Wendong ihren Zustand bemerkte, rief er vier weitere Beamte hinzu und befahl ihnen, Zhao mit Stöcken zu schlagen. Später wurde sie mit Fäusten geschlagen und mit Füßen getreten. Yu benutzte elektrische Schlagstöcke und schockte Zhao, weil sie nicht auf die Schläge reagierte. Danach trat er ihr gegen den Kopf. Dann öffnete Yu das Fenster, obwohl es eiskalt draußen war.

Zhao wurde später für drei Jahre in das erste Zwangsarbeitslager für Frauen in Shandong gebracht. Die Wärter verbrannten ihre Haut mit Moskitolampen und ritzten in ihre Handgelenke. Zhao wurde gefesselt und lange Zeit von den Beamten in der Luft aufgehängt. Sie durfte nicht schlafen, weil sie die Arbeit verweigerte.

Als sie psychische Störungen zeigte, wurde sie freigelassen.

null

Nachgestellte Folterszene: In der Luft aufgehängt


2002: Zu vier Jahren Haft verurteilt

Im Jahr 2002 veranlasste das Büro 610 Zhaos Verhaftung. Sie hatte Plakate mit der Aufschrift „Falun Dafa ist gut“ aufgehängt. Auf der Polizeiwache Mengzhi fesselten die Beamten Zhao an einen Metallstuhl und leiteten dann elektrischen Strom hindurch. Für Zhao war es so, als würde sie von Schlangen gebissen. Ihre Augäpfel quollen hervor. Die Polizei stopfte dann noch brennenden Tabak und Chili in ihre Nase. Daraufhin wurde Zhao ohnmächtig.

Später verurteilte das Gericht Zhao zu vier Jahren Gefängnis.

Während der Haft weigerte sich Zhao, mit dem Praktizieren der Falun-Dafa-Übungen aufzuhören. Sie ließ sich nicht umerziehen. Infolge der durch die Folter erlittenen Qualen konnte sie ihre Daumen und Zeigefinger nicht mehr bewegen.

Im Jahr 2004 beauftragte ein Wärter an die sechs Häftlinge, Zhao über eine Dauer von mehr als zwei Stunden zu schlagen.

Am 8. März 2005 bekam Zhao Besuch von ihrer Mutter. Diese bemerkte, dass Zhao blass und abgemagert war und nicht mehr ohne Hilfe gehen konnte. Der Blick ihrer Tochter war ausdruckslos und starrte ins Leere.

Die Mutter erkundigte sich nach dem Grund für den Zustand ihrer Tochter. Ihr wurde mitgeteilt, dass das Gefängnispersonal die Folterungen der Praktizierenden, die ihren Glauben an Falun Dafa nicht aufgeben wollten, verschärft hätten. Nachdem Zhao die Übungen weiterhin praktiziert hatte, injizierten ihr die Gefängnisärzte ein unbekanntes Medikament. Danach verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch.


März 2006: Gehirnwäsche-Einrichtung

Zhaos Mutter ging am 18. März 2006 in das Gefängnis, um sie abzuholen. Die Haftstrafe war abgelaufen. Doch die Beamten informierten sie darüber, dass Zhao bereits anderweitig abgeholt worden sei. Durch ihre Verbindungen erfuhr Zhaos Mutter, dass ihre Tochter in die Gehirnwäsche-Einrichtung Linglong gebracht worden war. Sie hatte sich geweigert, ihren Glauben aufzugeben.

In der Gehirnwäsche-Einrichtung wurde Zhao in einer kleinen dunklen Zelle ohne Belüftung eingesperrt.

Fünf Monate lang hielt das Büro 610 sie dort fest. Danach wurde sie für eineinhalb Jahre in ein Zwangsarbeitslager gebracht. Auch dort ließe sie sich nicht umerziehen. Ohne jegliche Information an ihre Familie brachten Beamte Zhao in das Zwangsarbeitslager Zibo Wangcun.

Im September 2006 veranlassten Behörden Zhaos Verlegung aus dem Arbeitslager in eine Gehirnwäsche-Einrichtung. Dort wurde sie in eine dunkle Zelle mit einer anderen Praktizierenden eingesperrt. Sie durften die Zelle nicht verlassen und erhielten keine Nahrung. Wenn sie Wasser zum Trinken benötigten, musste sie einen Plastikbeutel mit Toilettenwasser befüllen.


2008 bis 2017: Zahlreiche Verhaftungen

Juni 2008: Etwa sieben Polizisten suchten das Haus von Zhaos Mutter auf. Sie wollten Zhao verhaften. Obwohl Zhao nicht daheim war, plünderte die Polizei das Haus und veranlasste die Einstellung der monatlichen Rentenzahlungen an die Mutter. Sie wurde daraufhin krank und starb schließlich am 3. August 2008.

31. März 2011: Zhao verteilte Informationen über Falun Dafa in der Öffentlichkeit. Dafür wurde sie angezeigt und verhaftet. Die Polizei brachte sie in eine Gehirnwäsche-Einrichtung.

Mai 2013: Zhao verfasste Schreiben über Falun Dafa. Sie wurde erneut verhaftet und in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht.

12. Juli 2017: Als Zhao einen Polizisten über die wahren Umstände von Falun Dafa und die Verfolgung aufgeklärt hatte, wurde sie verhaftet und für zehn Tage festgehalten. Während der Haft ließ man sie auf einem Metallstuhl sitzen, nahm ihr Fingerabdrücke und Blut ab. Die 150 Yuan [2], die Zhao bei sich trug, wurden ihr entwendet. Die Polizei brachte Zhao zunächst zwecks ärztlicher Untersuchung ins Krankenhaus, um sie dann wieder in der Haftanstalt einzusperren.


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit 1999 in China verfolgt.

[2] Das sind umgerechnet ca. 20 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300 Euro.

Chinesische Version

Texte und Informationen von dieser Website können mit Quellenangabe grundsätzlich weiterverwendet werden.