Lehrer aus Liaoning ist nach einem Jahr Haft fast blind

Herr Tong Yueliang ist nach einem Jahr Haft im ersten Gefängnis von Shenyang fast blind. Er hat seinen Glauben an Falun Dafa [1] nicht aufgegeben.

Nach Angaben seiner Familie, die ihn am 28. Juni 2019 besuchte, musste ihm von mehreren Personen in den Besucherraum geholfen werden, da er nichts mehr deutlich sehen konnte.

Das Gefängnis weigerte sich, eine Erklärung dafür abzugeben, was mit ihm geschehen war. Herr Tong durfte auch nicht darüber sprechen. Das Gespräch mit seiner Familie wurde streng überwacht.

Keine medizinische Behandlung

Tongs Familie sagte, dass seine Sicht bereits verschwommen war, als sie ihn Ende November 2018, also fünf Monate nach seiner Inhaftierung, zum ersten Mal im Gefängnis besuchen durfte. Sie baten das Gefängnis, ihn medizinisch zu versorgen, was aber mit der Begründung abgelehnt wurde, dass er sich weigere, das Praktizieren von Falun Dafa aufzugeben.

Zhang Chao, der Leiter der 19. Station mit strikter Überwachung, in der Herr Tong derzeit festgehalten wird, verlangte später 5.000 Yuan [2] von Tongs Familie. Es hieß, das Gefängnis brauche das Geld, um seine Augen behandeln zu lassen.

Zhang erklärte seinen Angehörigen, dass man ihn zwar zu einem Arzt gebracht habe, dieser aber meinte, dass seine Augen nicht mehr zu behandeln seien. Die Familie verlangte Haftaussetzung für ihn, um eine zweite Meinung einzuholen. Zhang wies jedoch den Antrag ab und sagte: „Wenn euch das nicht passt, könnt ihr Beschwerde gegen uns einreichen.“

Festnahme und Verurteilung

Herr Tong war Lehrer in der Stadt Jinzhou, Provinz Liaoning. Er wurde am 20. März 2017 verhaftet. Am 1. Dezember 2017 stand er vor dem Gericht der Stadt Beizhen und wurde am 2. Februar 2018 zu fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (ca. 2.600 Euro) verurteilt.

Zuerst war er im Gefängnis für neue Häftlinge in Liaoxi inhaftiert, seit Juni 2018 befindet er sich im ersten Gefängnis von Shenyang.

 

[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit 1999 in China verfolgt.

[2] 5.000 Yuan, das sind umgerechnet ca. 650 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300 Euro.

Chinesische Version

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