Vier Jahre Folter und Zwangsarbeit – Frau Zhangs persönlicher Bericht

Vier Jahre wurde eine Praktizierende im Frauengefängnis Liaoning gefoltert, weil sie an ihrem Glauben an Falun Dafa festhielt. Vor kurzem kam sie frei. Es handelt sich um Frau Zhang Shouhui aus der Stadt Qingyuan in der Provinz Liaoning.

Frau Zhang Shouhui lebt in der Stadt Qingyuan in der Provinz Liaoning. Als sie am 24. April 2015 ein Transparent für Falun Dafa aufhängen wollte, wurde Frau Zhang festgenommen. Nach vier Jahren war sie infolge der erlittenen Folter dem Tode nahe, weshalb sie am 23. April 2019 vorzeitig freigelassen wurde.

Dies war ihre fünfte Verhaftung seit Beginn der Verfolgung. Zuvor war Frau Zhang zweimal für insgesamt drei Jahre in Zwangsarbeitslagern eingesperrt gewesen.

Frau Zhang musste miterleben, wie Herr Wang Xiuxia, auch ein Falun-Dafa-Praktizierender, im Zwangsarbeitslager zu Tode gefoltert wurde. Dadurch war sie psychisch stark angegriffen. Sie drohte, daran zu zerbrechen. Zudem wurde sie selbst gefoltert: Sie wurde an einen Eisenstuhl gefesselt und geschlagen, mit kaltem Wasser begossen, war stundenlang hellem Licht ausgesetzt, wurde in einer Nervenklinik misshandelt und zum Tragen von schweren Fesseln gezwungen. Mehrmals war sie dem Tode nahe.

Nachfolgend berichtet Frau Zhang, was nach ihrer Verhaftung im April 2015 geschehen ist:

„Am Abend des 24. April waren Jin Fengzhi, Xu Ping und ich dabei, ein Falun-Dafa-Transparent aufzuhängen. Plötzlich kamen acht Polizisten aus dem Nichts.

Noch in derselben Nacht brachten sie uns auf die Polizeistation Fumin und dann ins Untersuchungsgefängnis Fushun. Ohne Durchsuchungsbefehl plünderte der Beamte Peng um 1:00 Uhr morgens meine Wohnung und beschlagnahmte meinen Computer, Falun-Dafa-Bücher und persönliche Gegenstände. Mein Mann stand unter Schock.

Folter im Untersuchungsgefängnis

Ich wurde gezwungen, im Untersuchungsgefängnis Fushun Zwangsarbeit zu leisten. Wenn ich die festgelegte Quote nicht erfüllte, musste ich viermal in der Nacht jeweils eine Stunde stehen. Wegen der ständigen körperlichen Belastung stieg mein Blutdruck. Die Wärter warnten die Mitgefangenen, dass jeder von ihnen zweieinhalb Stunden stehen müsse, sollte ich die eine Stunde nicht schaffen. Der Druck aus der Gruppe war immens.

Parallel stieg der Arbeitsaufwand. Ich musste von 6:00 bis 18.00 Uhr arbeiten. Die meisten Menschen wurden krank vor Erschöpfung. Um gegen die Misshandlung zu protestieren, verweigerten eines Tages alle das Mittagessen. Da ich mich weigerte, mich dafür zu entschuldigen, wurde ich vier Tage lang mit gefesselten Händen aufgehängt.

Folterzeichnung: Mit gefesselten Händen aufgehängt

Die Wärter veranlassten oft andere Häftlinge, Falun-Dafa-Praktizierende zu misshandeln. Dafür erhielten sie persönliche Vorteile oder Haftverkürzung. Eines Nachts schlugen und traten mich sechs Häftlinge, als ich die Falun-Dafa-Übungen machte, um bei Kräften zu bleiben. Eine von ihnen packte meine Haare und schlug meinen Kopf gegen den Boden. Später beschuldigte mich ein Wärter, sie (die Insassin) angegriffen zu haben.

Körperliche Qualen und Erniedrigungen

Im Juli 2016 wurde ich zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Im Februar 2017 überführten mich die Beamten in das Frauengefängnis Liaoning. Als ich mich weigerte, den Anweisungen einer Gefangenen Folge zu leisten, befahl ein Wärter anderen Häftlingen, mich auszuziehen und zu filmen. Sie drohten damit, das Video im Internet zu veröffentlichen.

Im Winter ließen die Häftlinge die Fenster geöffnet und gaben mir keine Decke. Ich durfte kein heißes Wasser benutzen. So wollten sie mich zur Aufgabe meines Glaubens an Falun Dafa zwingen. Als ich mich weigerte, eine Erklärung zu unterschreiben, dass ich auf die Kultivierung verzichte oder Falun Dafa verleumde, hielten mich die Gefangenen fest und setzten meine Fingerabdrücke unter die Erklärung.

Ich sagte den Behörden, dass meine Erklärungen gefälscht seien. Der Wärter rächte sich an mir und ließ mich stundenlang stehen. Als ich ohnmächtig geworden war, gossen die Häftlinge Wasser auf den Boden und zerrten mich hin und her, bis der Boden trocken war.

Sie bestraften und erniedrigten mich auch auf andere Weise: Mir wurde die Benutzung der Toilette verweigert und ich wurde oft gezielt und körperlich angegriffen. Die Gefangenen befestigten Aufkleber mit Worten, die Falun Dafa und Meister Li verleumdeten, auf mein Bett und meine Kleidung. Vier Monate lang durfte ich meine Kleidung nicht wechseln und bekam auch kein Toilettenpapier.

Dann wurde ich in eine andere Abteilung versetzt, wo jeder von 7:00 bis 19:00 Uhr Zwangsarbeit verrichten musste. In der ersten Nacht arbeitete ich bis 21:00 Uhr. Es war unmöglich, die Tagesquote zu schaffen. Überstunden waren normal. Oftmals musste ich auf Mahlzeiten verzichten.“

 

[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit 1999 in China verfolgt.

Chinesische Version

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