Ein Leserbrief an den Spiegel

Ihr Artikel im Spiegel Nr. 48 „Rad im Bauch“

An die Redaktion,

in obengenanntem Artikel schreiben Sie sehr negativ über Falun Gong. Es werden Sachen angedichtet oder ausgelegt, die so nicht vorhanden sind. Gerne würde mich ihre Motivation diesbezüglich interessieren. Mir fällt auch in unserer gesamten Gesellschaft immer mehr die Tendenz auf, etwas, das man nicht versteht, sofort schlecht zu machen. Das ist für mich eigentlich Diskriminierung. Und dagegen muß ich mich entschieden wehren.

Sie sprechen von einem „Dharma-Rad“. Beim Falun Gong wird ein Falun im Unterbauch kultiviert, wir sprechen im Zusammenhang mit den Übungen auch von der Reinigung des Körpers. Wenn man sich etwas näher mit der asiatischen Kultur befaßt, werden viele Worte auftauchen, die in der westlichen Sprache nicht vorkommen. Aber viele Worte wie „Akkupunktur“, „Akkupressur“, „Meridian“, „Qi“... sind vielen Menschen schon geläufig. Andersgesagt: Könnte sich unsere Wissenschaft entwickeln, wenn man alles, das man nicht kennt, verneinen würde?

Etwas anderes, das mir öfters aufgefallen ist. Im Zusammenhang mit Falun Gong werden öfters Chinaexperten, Religionsexperten oder sonstige Experten über Falun Gong befragt. Ein Problem ist, wenn diese Leute sich nicht eingehend mit Falun Gong befaßt haben, dann sind es keine Experten für Falun Gong. Falun Gong beinhaltet buddhistische und taoistische Elemente, stimmt aber nicht mit den Inhalten der Religion „Buddhismus“ überein, bzw. geht darüber hinaus. Will man den Falun Dafa begreifen, muß man ihn auch „studieren“.

Parallelen zur Judenverfolgung im Dritten Reich

Ich bin Deutsche und habe auch Verantwortung für die deutsche Geschichte. Es wird immer wieder gesagt, das Verbrechen der Nazis darf sich nicht wiederholen. Warum darf es sich dann ich China wiederholen und wir schauen zu? Ihre Zeitschrift macht sich über die Falun Gong Praktizierenden lustig. Ist das nicht das gleiche, wie die Propaganda gegen die Juden damals?

Wenn ich jetzt Ihren Atikel lese, dann schäme ich mich für Deutschland, das nichts aus der Geschichte gelernt hat und weiter Minderheiten verfolgt. Denn wenn Falun Gong als „Sekte“ bezeichnet wird, dann fühle ich mich hier im freien Deutschland genauso unterdrückt und verleumdet wie damals die Juden oder jetzt die Praktizierenden in China.

Sicher wissen Sie bescheid über die ausgedehnte Propagandamaschinerie, die die chinesische Regierung zur Bekämpfung von Falun Gong einsetzt. In allen Bereichen, am Arbeitsplatz, in der Schule... ist man Schikanen ausgesetzt. Nachbarn und Familienmitglieder werden aufgefordert, Falun Gong Praktizierende auszuspionieren. Die Todesopfer infolge Folterung belaufen sich inzwischen auf über 1.000 nach meinen Informationen. Lesen Sie einmal unter www.clearharmony.net/de die Berichte über die schockierenden Foltermethoden und ich garantiere Ihnen, es wird Ihnen schlecht dabei werden. Da werden unschuldige Menschen wie Tiere behandelt. Darüber sollten Sie schreiben.

Helfen Sie, diese Brutalität aufzudecken, anstatt sich über die, die sich für ihre Mitpraktizierenden in China einsetzen, lustig zu machen.

Eine Praktizierende aus Deutschland

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